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Schwer einstellbare Hypertonie - Resistent oder (nur) schwer einstellbar?

Die übliche Definition einer resistenten Hypertonie, d.h. keine Blutdrucknormalisierung (<140/90 mmHg) unter drei verschiedenen Antihypertensiva einschließlich eines Diuretikums bei der Messung in der Praxis/Klinik ist völlig willkürlich und nicht mehr zeitgemäß. Die Bestimmung des Blutdruckes außerhalb der Praxis mittels ambulanter Langzeitmessung kann in einem hohen Prozentsatz eine Pseudoresistenz aufdecken. Die Basis einer optimalen antihypertensiven Pharmakotherapie ist eine fixe Dreifachkombination aus ARB plus Amlodipin plus Diuretikum in einer Tablette. Bei unzureichender Blutdruckeinstellung wird die zusätzliche Gabe von Nebivolol, Doxazosin oder Spironolakton einzeln oder bei Bedarf kombiniert empfohlen.

Siehe auch: Publikationen zu Resistente Hypertonie von Prof. Middeke

Schwangerschaftshypertonie

Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen gehören zu den führenden Ursachen mütterlicher und perinataler Sterblichkeit. Hypertensive Erkrankungen treten bei uns in ca. 5-10% aller Schwangeren auf. Blutdruck- und Gewichtsverhalten während der Schwangerschaft sind zwei wichtige Determinanten für den Schwangerschaftsverlauf. Sowohl zu hoher, als auch zu niedriger Blutdruck der Mutter beeinträchtigt die Entwicklung des Feten. Eine zu starke Gewichtszunahme ist auch ohne Hypertonie ein Risiko. Adipositas und abnormale Gewichtszunahme sind wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung einer Hypertonie in der Schwangerschaft. Frauen mit chronischer Hypertonie haben ein erhöhtes Präeklampsie-Risiko. Neue telemetrische Verfahren ermöglichen die Übertragung der täglichen Blutdruck- und Gewichtsdaten in das Hypertoniezentrum und eine zeitnahe Rückmeldung. Damit kann eine Risikoentwicklung frühzeitig erkannt werden, und der Entwicklung von Komplikationen effektiv entgegen gewirkt werden.
Mit der Telemetrie gelingt auch eine optimale Steuerung der medikamentösen Therapie.

Siehe auch: Publikationen zu Schwangerschaftshypertonie von Prof. Middeke

Endokrine Hochdruckformen

 

Viele endokrine Organe und Hormonsysteme spielen bei der Blutdruckregulation eine Rolle und können an der Entstehung einer Hypertonie beteiligt sein:

1. Zirbeldrüse (Melatonin):
Ein Melatoninmangel kann Ursache einer unzureichenden Nachtabsenkung des Blutdruckes sein und dann kann die abendliche Gabe von Melationin in der richtigen Dosierung geeignet sein sowohl den Blutdruck zu senken als auch den Schlaf zu verbessern.

2. Schilddrüse (Schilddrüsenhormone):
Funktionsstörungen der Schilddrüse können Ursache einer Hypertonie sein. Das betrifft sowohl Unter- als auch Überfunktion. Die Endokrinologie und die Nukleramedizin im Alten Hof sind besonders spezialisiert in Diagnostik und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen.

3. Nebenschilddrüse (Parathormon):
Eine erhöhte Aktivität des Parathormons kann zum Blutdruckanstieg führen. Am häufigsten ist die Erhöhung als Folge eines schweren Vit. D-Mangels (sekundärer Hyperparathyreoidismus). Seltener ist ein primärer Hyperparathyreoidismus bei einem Adenom der Nebenschilddrüse.

4. Nebenniere (Aldosteron, Renin, Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol):
Die Nebennieren (sitzen auf den Nieren) produzieren eine Reihe von Hormonen die bei der Blutdruckregulation und im Salz- und Wasserhaushalt eine wichtige Rolle spielen. Überaktivitäten dieser Hormone können Ursache einer Hypertonie sein (u.a. Conn-Syndrom, Cushing-Syndrom, Phäochromozytom).

5. Pille:
die orale Kontrazeption (Empfängnisverhütung) mit weiblichen Sexualhormonen ist für Frauen im gebärfähigen Alter eine häufige Ursache der arteriellen Hypertonie.

    

Stress induzierte Hypertonie


Eine typische Form ist die maskierte Hypertonie, d.h. hoher Blutdruck im Alltag bzw. am Arbeitsplatz (Selbstmessung und/oder ambulante Blutdruck-Langzeitmessung) und normale oder nur leicht erhöhte Werte beim Arzt in der Praxis/Klinik. Psychosoziale Stressoren und bestimmte Verhaltensweisen haben sich in Kohortenstudien als Prädiktor für eine manifeste Hypertonie erwiesen. Chronischer Stress ist bei mindestens 10-20% der Patienten mit primärer Hypertonie für die Manifestation der Hypertonie verantwortlich. Hinzu kommen wichtige Hypertonie assoziierte Verhaltensweisen und Lebensstilfaktoren, wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol-, Nikotin- und Kaffeeabusus, die eine verhaltensmedizinische Intervention erfordern. Daher haben Entspannungsverfahren, Stressbewältigung und Verhaltenstherapie einen hohen Stellenwert in der antihypertensiven Behandlung.Von besonderer Bedeutung ist das direkte online-Blutdruck-Biofeedback zur individuellen Detektion persönlicher Hypertonie-Stressoren, und bei der Stressbewältigung mittels kognitiver Umstrukturierung und Selbstkontrolle der Blutdruckreaktion (siehe Biofeedback im Menu: Ärztliche Leistungen).

Siehe auch: Publikationen zu Stress von Prof. Middeke

Vaskuläre Ophthalmopathie (Durchblutungsstörungen der Augen)

In Zusammenarbeit mit Prof. J. Nasemann (Makula-Netzhaut-Zentrum-München, Weinstr.4, 80333 München) erfolgt die Herz- Kreislauf- und Gefäßdiagnostik bei Durchblutungsstörungen am Augenhintergrund als Ursache für akute Sehstörungen, zunehmende Gesichtsfeldausfälle und Erblindung. Ursächlich für Durchblutungsstörung am Augenhintergund sind meistens Regulationsstörungen im Herz-Kreislaufbereich (Blutdruck, Herzrhythmus, Herzfunktion) und/oder Durchblutungsstörungen der arteriellen Gefäße (Gefäßsteifigkeit, Arteriosklerose, Stenose der Halsschlagader) die eine sorgfältige Abklärung und optimale medikamentöse Behandlung erfordern.

Siehe auch: Publikationen zu Netzhautdurchblutung von Prof. Middeke

Erfolglose Renale Denervierung

 

Die Renale Denervierung d.h. Verödung der Nervenfasern in den Nierenarterien wird zunehmend unkritisch propagiert für die Behandlung einer angeblich resistenten Hypertonie. Die wissenschaftliche Datenbasis zur Evidenz dieser Methode ist nicht gegeben. Die Langzeitschäden, die durch den Eingriff an gesunden Nierenarterien entstehen können, sind noch nicht ausreichend untersucht.
Dagegen sind die Patienten, die uns nach erfolglosem Eingriff wegen unzureichender Blutdrucksenkung aufsuchen in der Regel unzureichend untersucht hinsichtlich der Ursachenklärung der Hypertonie und sie sind unzureichend medikamentös behandelt. Es gelingt bei diesen Patienten regelmäßig durch eine optimale individuelle Therapie den Blutdruck nach kompletter Ursachensuche in den Zielbereich zu senken. Dabei ist die Therapiesteuerung mittels Telemonitoring des Blutdrucks (Telemedizin) besonders geeignet.