Praktische Kardiologie: Die Maskierte Hypertonie hat das höchste Risiko

In einer aktuellen Kohortenstudie (N= 63.910 Patienten) aus 223 spanischen Praxen wurden beim Vergleich der ambulanten Blutdruck-Langzeitmessung (ABDM) mit der Praxismessung des Blutdruckes 8,4 % Patienten mit unentdeckter oder unzureichend behandelter, maskierter Hypertonie identifiziert. Diese Hypertonieform hatte das höchste Mortalitätsrisiko (HR 2,92 und 1,89) verglichen mit den anderen Blutdruck-Konstellationen (u.a. manifeste Hypertonie in Praxis und ABDM (HR 2,36 unkontrolliert und 1,90 kontrolliert) oder nur Praxishypertonie (HR 2,24 bzw. 1,30). Die Untersuchung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der optimalen Blutdruckmessung mit den modernsten Methoden zur korrekten Klassifizierung der Hypertonieform und zur individuellen Charakterisierung der Blutdrucksituation des einzelnen Patienten als Grundvoraussetzung für jede therapeutische Entscheidung. Eine nur punktuelle Betrachtung des Blutdruckes in der Praxis/Klinik ohne Berücksichtigung der Blutdruckvariabilität, des Tag-Nacht- Rhythmus und der Hypertonieform ist nicht mehr adäquat. Das Phänomen der sog. Praxis- oder Weißkittelhypertonie ist inzwischen wohl bekannt. Das Gegenstück wird als maskierte Hypertonie bezeichnet; diese wird bisher aber leider gar nicht bzw. viel zu wenig beachtet und diagnostiziert.

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